Bevor Erinnerung Geschichte wird
Überlebende des NS-Regimes in der Schweiz heute – 15 Porträts
Mit einem Vorwort von Raphael Gross, Eva Lezzi
gebunden, 1. Auflage, 37 Fotografien, 200 Seiten, 45 Abb.
September 2022Simone Müller porträtiert 14 Jüdinnen und Juden sowie eine Zeugin Jehovas, die zwischen 1923 und 1942 in zehn verschiedenen europäischen Ländern geboren wurden und seit langem in der Schweiz wohnen. Sie gehören zur jüngsten und gleichzeitig zur einzigen Überlebenden-Generation, die jemals über eine Zeitspanne von acht Jahrzehnten zurückblickt. Ihre Geschichten halten Erinnerung und Alltagsgegenwarten fest, bevor diese Geschichte werden.
Die Erfahrungen der Porträtierten, die aus unterschiedlichen europäischen Ländern und sozialen Schichten stammen, decken ein breites Spektrum ab. Die Zeitzeugen erzählen zum Beispiel von einer unbeschwerten Kindheit in einer grossen Schneiderfamilie, vom Aufwachsen als Einzelkind oder von Jugendjahren in einer jüdischen Familie, in der Religion kaum eine Rolle spielte. Unterschiedlich ist auch, wie sie überlebt haben, versteckt in einem katholischen Kloster, auf der Flucht in den Bergen, im Vernichtungslager Auschwitz.
Das heutige Umfeld dieser Menschen kontrastiert ihre traumatischen Erinnerungen drastisch.
Mit einem Vorwort von Raphael Gross, Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum in Berlin, und Eva Lezzi, Privatdozentin an der Universität Potsdam und Autorin.

Bildrechte: Mara Truog

Bildrechte: Yoshiko Kusano
Pressestimmen
SRF Tagesgespräch vom 07. Oktober 2022
«In ihren Porträts versuchte die Autorin den Überlebenden mit hoher Empathie zu begegnen. Es ist ihr eindrucksvoll gelungen.» Ulrich Schneider, ND aktuell
«Ein eindringliches Buch über eine Zeit, die für viele von uns kaum mehr greifbar ist, aber dank Geschichten wie der von Paul Erdös erhalten bleibt.» Christian Bucher, Zentralplus
«Die Stärke des Bandes liegt vor allem darin, ein lebendiges Stück Schweizer Historie des 20. Jahrhunderts zugänglich gemacht zu haben. ‹Bevor Erinnerung Geschichte wird› ist deshalb nicht nur Fachexperten zu empfehlen sondern allen, denen es bislang an einem empathischen Zugang zu diesem Kapitel der jüngeren eidgenössischen Vergangenheit gefehlt hat.» Sabri Deniz Martin, Schweizer Monat
«Eindrückliche, sensibel geschriebene Porträts dieser letzten noch lebenden Zeugen des NS-Regimes» Christina Genova, St. Galler Tagblatt
«Simone Müller lässt in ihrem berührenden Porträtband eine Überlebendengeneration zu Wort kommen, die fast 80 Jahre auf den Krieg und die Verfolgung zurückblickt.» Isabel Pfaff, Süddeutsche Zeitung
«Selten sind die Berichte Überlebender so eindrucksvoll und einfühlsam umgesetzt.» Jürgen Fottner, BücherKaffee
«Behutsam verfasste Kurzbiografien» Rahel Locher, WOZ
«Ein engagiertes Buch mit feinfühligen Porträts.» Forum
