Aschenbrödels Küche
Mit Illustrationen von Anna Sommer
gebunden, 140 Seiten, 5 Abb.
August 2005ISBN 978-3-85791-485-0Lange vor Fastfood und Fertiggerichten aus dem Supermarkt hat Alice Vollenweider mit ihren Rezepten in «Aschenbrödels Küche» gezeigt, dass auch mit wenig Zeit und Aufwand Köstlichkeiten auf den Tisch gebracht werden können. Die Zutaten sind überall erhältlich, die benötigten Kochkenntnisse sind bescheiden, und die Resultate begeistern auch Gäste. Gourmets werden ebenso überzeugt sein wie Anfänger in der Küche. Die Alltagsrezepte sind leicht nachzukochen, sie schmecken wunderbar und lassen auch mal Varianten zu.

Bildrechte: Limmat Verlag

Bildrechte: Anita Affentranger
Anna Sommer, geborgen 1968 in Staffelbach AG. Lebt und arbeitet in Zürich als freischaffende Comiczeichnerin und Illustratorin unter anderem für «NZZ Folio», «Die Zeit», «Libération» und «Strapazin. Sie wurde im Jahre 2006 von der Stadt Zürich mit dem Werkjahr im Bereich Comics ausgezeichnet.
Von Anna Sommer sind Postkarten erhältlich.
Pressestimmen
«Ein unverzichtbares Werk, selbst für kochende Prinzen.» Sonntagszeitung
«Mein erstes Steinpilzrisotto machte ich nach dem Rezept von Alice Vollenweider. Noch heute mache ich es genauso. Das ist die Quaität dieser Küche.» Züritipp
«Die Neuausgabe kommt all jenen zustatten, die ihre alte Ausgabe, deren geleimte Seiten sich durch den Gebrauch verselbständigt haben, dem Altpapier übergeben können.» Neue Zürcher Zeitung
«Das bereits 1971 erstmals erschienene Kochbuch ist zeitlos und auch heute eine Entdeckung wert.» ekz Bibliotheksservice
«Ein unterhaltsames kleines Kochbuch, steht im Gegensatz zu den Hochglanz-Bild-Kochbüchern. Ein Schatzkästlein, auch ein Geschenktipp.» Verband evangelischer Büchereien Hessen und Nassau
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Einfache Rezepte verlangen viel Sorgfalt. Die Beschreibungen sind deshalb genau und ausführlich. Das hat den Vorteil, dass sie auch dem Anfänger in der Küche nützlich sind. Ich habe versucht, Küchenlatein zu vermeiden, und brauche darum kein Fachwörterverzeichnis. Was aber für das ganze Buch gilt: wenn von Pfeffer die Rede ist, so meine ich frisch in der Mühle gemahlenen Pfeffer, und unter Parmesan verstehe ich frisch geriebenen Parmesankäse. Beim Würzen sollte man lieber zu vorsichtig sein. Das Angebot an Gewürzen und Kräutern, das man heute in Supermärkten und anderen Läden findet, verführt dazu, ein Zuviel dieser Zutaten mit Raffinement zu verwechseln. Der Eigengeschmack einer Speise soll durch das Würzen verstärkt oder ergänzt, nicht zerstört werden. Wer kocht, muss alles, was verwendet wird, aufmerksam prüfen und wissen, dass frische Produkte keinen Standardgeschmack haben, dass Gemüse, Kräuter, Fleisch und Fische im Frühling anders schmecken als im Herbst.
Mein Vorbild war Aschenbrödel, das beim Linsenerlesen zu den Vögeln sagte: «... die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen» und damit zeigte, was für ein feines Gefühl es für die Qualität der einfachsten Speise hatte.
Wenn ich bedenke, dass ich die Rezepte dieses Kochbuchs Ende der sechziger Jahre geschrieben habe — «Aschenbrödels Küche» ist 1971 zum ersten Mal erschienen —, bin ich überrascht, wie gut sie sich gehalten haben, trotz allen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Veränderungen. Ich brauchte kaum etwas zu ändern, höchstens darauf hinzuweisen, dass man heutzutage Kutteln oder Hühnerleber beim Metzger im Voraus bestellen muss.
Das liegt sicher daran, dass ich mich auf Alltagsrezepte beschränkt habe, die zwar aus verschiedenen Ländern stammen, aber noch heute gleich gekocht werden wie vor vierzig Jahren, wahrscheinlich auch wie vor hundert Jahren. Denn was gibt es schon an so vollkommenen Speisen wie Risotto, Siedfleisch, Spaghetti alla carbonara neu zu erfinden, was abzuändern an Quittengelee oder Senfgurken?
Man sollte nie vergessen, dass das Kochen immer eine konservative Kunst war. Im besten Wortsinn. Eine Kunst, deren Ziel es ist, die Gesundheit der Menschen zu bewahren, indem sie ihnen gesunde und schmackhafte Speisen vorsetzt. Speisen, die nicht kostspielig sind und auch nicht kompliziert, damit sie alle herstellen können. So hilft die Kochkunst den Menschen, die Aufgaben der Zukunft zu bewältigen.
