Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt

Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt

Roman

gebunden, 1. Auflage, 176 Seiten, 176 Seiten

August 2022
SFr. 30.–, 26.– € / E-Book SFr. 25.–
ISBN 978-3-03926-042-3
*Leseprobe

Dafer Schiehan hat es geschafft. Trotz negativen Asylbescheids hat er Deutsch gelernt, eine Arbeit gefunden, eine Aufenthaltsbewilligung erhalten. Er hat eine kleine Wohnung am Rande von Weinfelden und eine Arbeit in Kreuzlingen als Tellerwäscher.

Aber eigentlich ist er Akademiker. Eigentlich ist er ein politischer Flüchtling, geflohen vor Saddams Schergen wegen eines missliebigen Theaterstücks. Hals über Kopf geflohen, mit der finanziellen Unterstützung seiner Familie. Als der Betrieb ihm Ferien verordnet wegen Umbaus, sitzt er in seiner Wohnung, schaut aus dem Fenster und grübelt. Seinen Eltern hat er nie gesagt, was er arbeitet. Auch als er es nicht mehr ausgehalten hat in seinem Exil und zurückgereist ist zu seiner Familie in den Irak, ist er im Vagen geblieben. Warum hat er ein schlechtes Gewissen? Wovor hat er Angst? Wie soll es weitergehen? Auf der Flucht vor seiner inneren Unruhe findet er sich wieder im Wald. 

In seinem neuen Roman erzählt Usama Al Shahmani von den Verwüstungen einer Kindheit und Jugend in Diktatur und Krieg, vom Exil und dem Verschwinden einer Welt, die einst Heimat war.

Usama Al Shahmani
Bildrechte: Ayşe Yavaş

Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad und aufgewachsen in Qalat Sukar (Nasiriya), hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. Er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 wegen eines Theaterstücks fliehen musste und in die Schweiz kam. Er übersetzt ins Arabische, u. a. «Fräulein Stark» von Thomas Hürlimann, «Der Islam» von Peter Heine und «Über die Religion» von Friedrich Schleiermacher. Seit 2021 ist er Literaturkritiker beim «Literaturclub» des Schweizer Fernsehens SRF. Sein erster Roman «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» wurde mehrfach ausgezeichnet und war u. a. für das «Lieblingsbuch des Deutschschweizer Buchhandels» nominiert.  Seither sind die Romane «Im Fallen lernt die Feder fliegen», «Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt» und «In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied» erschienen. 2022 nahm er mit seinem Text «Porträt des Verschwindens» an den 46. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt teil. Usama Al Shahmani lebt in Zürich.

«Bildstark zieht Usama Al Shahmani die Leserinnen und Leser in die zerrissene Situation seiner Hauptfigur Dafer Schiehan. Die Zerissenheit der Figur wird spürbar gemacht. Mal ist es ein Vogel, dann ein Baum, dann wiederum ein Wort, die Dafer wie fliegende Teppiche in die verlorene Heimat in Bagdad und wieder zurück in die Schweiz tragen. Dieses orientalisch anmutende poetische Verfahren ist tatsächlich reizvoll. Es hat in diesem konsequent strukturierten Roman wunderbare Sätze und Einsichten.» Hansruedi Kugler, CH Media

«Sein Schreibstil lebt von der arabischen Kultur, selbst wenn er in der Sprache seines Exils schreibt. Das zeigt sich auch im neuen Roman, nicht zuletzt in der Bildhaftigkeit.» Maria Künzli, Keystone SDA

«Eine belebende Lektüre.» Ruth Gantert, Viceversa

«‹Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt› ist eine poetische Reise eines Suchenden, eines unfreiwillig Flüchtenden, der das Beste aus zwei Welten sucht und findet. Usama Al Shahmani hat ein wichtiges, ein urmenschliches Buch geschrieben über das Verschwinden der Heimat, das Überleben und den Drang der Menschen, frei zu sein im Denken und im Handeln.» büCHerstimmen.ch

«Die Absolution des Westens macht das Buch zu einer versöhnlichen Fluchtgeschichte. Die unaufgeregte Prosa trägt maßgeblich zum tröstlichen Charakter der Geschichte bei. Sie trägt die Erzählung und fließt leicht dahin wie die glatte Oberfläche von Euphrat und Tigris.» Matthias Fischli, Aufklappen

«In seinem dritten Roman erkundet Usama Al Shahmani das Gewicht des Exils mit poetischen Mitteln. Er erzählt einprägsam und mit Sinn fürs Menschliche.» Martina Läubli, NZZ am Sonntag Bücher

 «Al Shahmanis grosse Themen Heimat, Fremde, Exil und die Verheerung, die Unterdrückung und Krieg im Irak angerichtet haben, kommen auch hier wieder in höchster literarischer Form, poetisch und berührend zur Sprache. Unsentimental und hoffnungsstimmend. Breit empfohlen.» ekz.bibliothesservice

«Al Shamani gelingt es, mir dieses Gefühl des Verlustes von etwas, dass im Iran bedroht war (die künstlerische Freiheit, das Denken, der Zweifel, das Hinterfragen), aber auch in der neuen Heimat nicht sofort zu finden ist, so nah zu bringen, dass ich es spüren kann. Mehr spüren als intellektuell verstehen.» Red Bug Culture

«Usama Al Shahmani erzählt in einer präzisen Sprache, die frei ist von jeglicher Sentimentalität. Politische Schuldzuweisungen sind in diesem Roman ebenso wenig zu finden wie einfache Rezepte für den Umgang mit Migrationsbewegungen. Stattdessen besticht dieser Roman durch seine bloße Beschreibung der Wirklichkeit: einer Zwischenwelt, in der ein Zurück nicht mehr möglich ist und ein Vorwärts nur unter großen Anstrengungen gelingt.» Johannes Bruggaier, Südkurier

«Das Leben im Exil, so heisst es in einer arabischen Redensart, sei wie eine Schaukel, die zwischen Entwurzelung und Verwurzelung hin- und herschwenke. Von diesen Schaukelbewegungen erzählt Al Shahmani in einem Stil, der das Pathos nicht scheut und assoziativ-fliessend Szenen im Schweizer Exil mit teils traumatischen Episoden aus der Vergangenheit verknüpft.» Alexander Sury, Der Bund

«Al Shahmani schlägt seine Wurzeln in der deutschen Sprache und eröffnet wertvolle neue Perspektiven aufs Exil.» BücherMagazin

«Al Shahmani wertet nicht, sondern schaut genau hin – und übersetzt diese Beobachtungen anschliessend in eine präzise, unsentimentale Sprache. Genau dieser vorbehaltlose Blick kombiniert mit einem differenzierten Wortschatz und einer grossen Kenntnis der arabischen Poesie machen ihn zu einer wichtigen literarischen Stimme in unserem Land.» Luzia Stettler, Buchmensch

«Usama Al Shahmanis Romane überzeugen wegen ihrer orientalischen Erzählkunst, der Perspektive weit über persönliche Betroffenheit hinaus und der positiven Grundhaltung allen Widrigkeiten und Traumata zum Trotz.» Gallus Frei-Tomic, Literaturblatt.ch

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