Vreneli's Gärtli
Eine Zürcher Begebenheit. Nebst ausführlicher Darlegung der Umstände gelegentlich der Ausweisung des Herausgebers der «Zürcher Diskußionen» aus Zürich
Herausgegeben von Ute Kröger / Mit einem Nachwort von Ute Kröger
gebunden, 1. Auflage, Fotografien und Dokumente, 104 Seiten
September 20161895 erscheint Panizzas Theaterstück «Das Liebeskonzil» und bringt ihm in München ein Jahr Gefängnis wegen «Gotteslästerung» ein. Nach Verbüßung der Strafe geht er 1896 nach Zürich ins Exil, wo er 1898 wieder ausgewiesen wird. Er wäre gerne geblieben.
In «Vreneli’s Gärtli» verarbeitet Panizza seine ungemütliche Situation als Flüchtling in der Schweiz mit unbändigem Humor und ironischer Übersteigerung in ein Schicksal von antikischem Ausmaß in kleinbürgerlicher Umgebung.«Vreneli’s Gärtli» heißt ein Gasthaus im Wald bei Zürich, und als er davon hört, ist dem Mann sofort klar: Vreneli ist die eidgenössische Variante der Venus, der Vrenesberg ist der Venusberg, da muss er hin. Und so macht er sich auf zu diesem anmutigen Ort, wo er tatsächlich auf Venus trifft, eine bodenständig pragmatische Venus helvetischer Prägung, die ihm tief in die Augen blickt und fragt: «Was trinkt der Herr füren Wi?»
Und so lässt er Eglisauer, Stammheimer und Herrliberger auftragen und jauchzt innerlich, mit jedem Glas wachsen sein Glück über die Freiheit in der Schweiz mit ihren ‹griechischen› Hirtenmädchen und sein Groll auf den deutschen Polizeistaat, die Hirtenmädchen tragen auf, das Gelage nimmt seinen Gang, und der Flüchtling freut sich auf die Nacht in den weichen Armen der Freiheit …
Panizzas «Vreneli’s Gärtli» ist das Psychogramm eines Flüchtlings ebenso wie jenes der Schweiz als Exilland, und beide bleiben in ihrer Ambivalenz aktuell.

Bildrechte: Ayse Yavas
Pressestimmen
«‹Vreneli’s Gärtli› ist tatsächliche Fiktion, den Ort wie den Fliehenden jedoch konzis humorvoll untersuchend.» Kulturmagazin Luzern
«Ich habe das appetitlich aufgemachte Büchlein gleich verschlungen, und es ist mir wohlbekommen. ‹Vreneli's Gärtli› ist eine erotisch-hintersinnige Liebeserklärung an Zürich und die Schweiz.» Schweiz am Sonntag
«‹Vreneli's Gärtli› erschien ursprünglich 1899 in seiner Zeitschrift ‹Zürcher Diskuszjonen› und war kaum bekannt; nun bringt es der Zürcher Limmat Verlag mit einem ausführlichen Nachwort der Herausgeberin erstmals in Buchform. Eine herrliche Lektüre.» Deutschlandradio Kultur
«Humorvoll frech und ironisch.» Münstergass Buchhandlung
«Ein unterhaltsames, humorvolles Büchlein. Es versetzt einen oft in die Gegenwart, wo Kritiker vom Staat gepiesackt, Flüchtlinge abgeschoben werden.» p.s. Zeitung
